1 Jahr Landesberger Brettspielclub – Rückblick und Ausblick

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An diesem Tag, wo ich diese Zeilen schreibe, ist mein Baby genau 1 Jahr und 9 Tage alt. 

DER ABSOLUTE WAHNSINN!

Ich habe im Laufe dieses Pamphletes einigen Personen zu danken, ohne deren Hilfe und Einsatz ich wahrscheinlich schon die Segel gestrichen hätte. Wen das also nervt, sollte einfach drüber hinweglesen.
 

 
 
Genau am 16.12.2016 ging die Facebookseite online – der offizielle Start des LSBC.

Der Anfang 

Nachdem ich einige Zeit in Bremen und Umgebung gelebt hatte, zog es mich berufsbedingt wieder in die alte Heimat. Um meiner Spielsucht leidenschaft zu frönen, spielte ich viel privat mit einer festen Gruppe von 3 bis 4 Leuten. Etwas wehleidig dachte ich an den Achimer Brettspielclub e.V., wo ich etliche schöne Abende verbracht und einen Haufen netter Leute getroffen habe. Sowas wollte ich auch hier in meinem kleinen Kuhkaff haben.
 
Mr. Google zeigte mir in der näheren Umgebung keinen einzigen Spieleclub an – den nächsten fand ich dann in Wunstorf, bzw. Hannover und natürlich Richtung Verden. Die Chancen, sowas hier im Landkreis zu etablieren standen also gut und so traf ich  ca. Anfang Dezember 2016 den Entschluß einen eigenen Club zu gründen.
 
Es gab einige Kriterien, die die Location zu erfüllen hatte: Es musste Toiletten für Männlein und Weiblein geben, ausreichend Platz mit genügend Stühlen und Tischen und es durfte nichts kosten. So kamen also schonmal keine Gaststätten in Frage. Blieben also nur die Räumlichkeiten von Gemeinde oder eventuell dem ansässigen Sportverein.
 
Mein erster Gang führte mich also an einem grauen Mittwoch morgen zur Kirchengemeinde Landesbergen, wobei ich schon im Vorfeld Gespräche mit unserem Pastor führte. Der „segnete“ das auch in Absprache mit dem Kirchenvorstand ab. Voller Hoffnung klingelte ich 
also am Pfarrbüro – immerhin hat der Gemeindesaal eine ausreichende Größe, es gibt dort sogar einen separaten Raum, den man für Turniere nutzen könnte. Das Gespräch lief dann nicht mehr so rosig ab. Den Gemeindesaal könnten wir nicht nutzen, da dieser durch andere Gruppen regelmäßig benutzt werden würde. Wir  könnten aber das Turmzimmer haben, allerdings nur einen Tag im Monat, wobei ich in meiner Mail explizit darauf hingewiesen hatte, das wir uns auf alle Fälle alle 2 Wochen treffen wollten. Ich könnte es mir ja mal anschauen. Das machte ich auch und war enttäuscht: Man wollte uns einen Raum anbieten, der ca. 45 m² groß war – viel zu klein für mein Vorhaben. Ich sagte mangels Alternativen trotzdem erstmal zu, besser was kleines für den Anfang als nichts. Der Pastor meinte, ich könnte es ja mal bei der Samtgemeinde probieren – er hätte gehört, das die Mühle sehr oft leerstehen würde. Ich schöpfte etwas Hoffnung und machte mich gleich im Anschluß auf zur Behörde.
 
Und dann ging alles ganz schnell. Nach einem sehr freundlichen eMail-Wechsel mit der zuständigen Standesbeamtin Frau Lange, riet sie mir, mein Vorhaben schriftlich zu schildern. Das war am 7. Dezember 2016. Einen Tag später hatte ich die Zusage – selbst die Termine waren schon eingetragen – ich platzte vor Glück. Die Mühle hat die optimalen Voraussetzungen für unsere Treffen – Platz für ca. 30 Personen, Toiletten und das ganze kostenlos. Als Sahnehäubchen obendrauf ist noch eine kleine Küche vorhanden, die wir nutzen können. 
 
Der ersten Person, der ich an dieser Stelle danken möchte, ist natürlich Frau Lange. Selbst kurzfristige Sondertermine waren bisher nie ein Problem. Sollte mal was nicht klappen, würde sie sich umgehend per eMail melden, was bisher allerdings noch nie der Fall war. 
Dafür gebührt Ihnen mein Dank.
 
Am 06. Januar 2017 hatte der Landesberger Brettspielclub sein erstes Treffen.
 
 
 

Statistikkram

 
 
Niemand mag trockene Zahlenschubserei – ich auch nicht. Interessant ist es trotzdem zu sehen, was und wieviel denn so gespielt wurde. Deswegen hier – kurz und knackig – ein paar Fakten.
 
 
 
 
 
Wie zu erwarten war, sind es eher die kleinen Spiele, die man häufiger spielt. Um so erstaunlicher ist es, das ausgerechnet Schmidt Spiele mit dem kleinen aber feinen Deduktionsspiel Tempel des Schreckens hier in Führung liegt. Vermutlich eines der stärksten Spiele im Portfolio von Schmidt. Schnell erklärt – schnell gespielt und man darf lügen, das sich die Balken biegen.
 
In meinen Augen im Bereich Kleinspiele ein echtes Juwel ist auf dem zweiten Platz gelandet: Mistkäfer von Klaus-Jürgen Wrede punktet mit seinem hohen Ärgerfaktor. Wir versuchen Würfelkombinationen gewinnbringend zu legen, die Mitspieler können aber bei gleicher Würfelzahl in ihrem Zug Würfel von den Tableaus der anderen stibitzen – witzig. Schmidt Spiele punktet zum zweiten Mal.
 
Den dritten Platz teilen sich  mit  jeweils 4 gespielten Partien Codenames und Magic Maze, das mit einer neuartigen Spielidee Aufmerksamkeit erregt: Gemeinsam müssen wir unter Zeitdruck vier verschiedenfarbige Pöppel zu den richtigen Ausgängen geleiten. Dafür hat jeder Spieler Karten vor sich, die zwei Bewegungsrichtungen und einige Sonderfunktionen zeigen. Der Kniff bei der Sache – wir dürfen nicht miteinander reden, sondern uns nur durch Augenkontakt oder einem beigelegten Holzpöppel Gehör verschaffen – Stress pur!
 
 
Was man an der Verteilung der Spieleranzahl sehen kann, das wir hauptsächlich Spiele mit einer Anzahl von 3,4 oder fünf Personen spielen. Leider kommen die reinen Zwei-Spieler-Spiele ein wenig unter die Räder, was ich persönlich ein wenig schade finde, habe ich doch einen Haufen hier zuhause liegen. Das muß 2018 besser werden 😀
 
 
 
Zu dem Chart eine kleine Erklärung: Die Statistik für die gewonnen Spiele beinhaltet nicht nur kompetitive Spiele, wo es einen klaren Gewinner gibt, sondern hier wurden ebenso die
kooperativen Spiele mit berücksichtigt. Zudem flossen in die Berechnung nur die Spiele ein, die ich mit denen im Chart angegebenen Personen gespielt habe. Anders lässt sich das über die App leider nicht trennen. Hier haben die beiden Bielefelder und Jassi die Nase vorn. Am meisten gespielt habe ich mit Michael und Matthias.
 
 

Rückblick 2017

 
Neben den normalen Treffen hatten wir dieses Jahr einige Sondertermine, auf die ich nochmal kurz eingehen möchte.
 
10. September 2017
 
Stadt Land Spielt!
 
Hier habe ich mir umsonst die Hacken abgelaufen. Trotz diverser Werbeplakate, Flyern an prominenter Stelle und Vorberichterstattung in der Harke, blieb der erwartete Besucheransturm aus. Einige wenige Neugierige fanden den Weg in die Mühle, leider viel zu wenig, was wohl auch mit dem „Tag des Denkmals“ zu tun hatte, der am selben Wochenende. stattfand. Nächstes Jahr wird es hoffentlich wieder besser. 
 
 
29. Oktober 2017
 
Neuheitentag
 
Das kann man getrost als durchschlagenden
Erfolg werten – die Bude war voll. Hier gab  die Initialzündung wohl der Vorbericht in der Harke und die Ankündigung, das wir mit tollen neuen Spielen von der größten Spielemesse in Europa nach Hause kommen würden. Ich hatte ein wenig Angst, das der Platz nicht ausreichen würde, kamen doch im Minutentakt Besucher in die Mühle.
 
 
17. November 2017
 
Pegasus Spiele Clubtag
 
Gerne spielen wir hier im Club auch Spiele von Pegasus. Wie einige schon treffend bemerkten, ist die Varianz im Portfolio der Bad Nauheimer erstaunlich. Pegasus stellte uns für unseren Clubtag ein Spielepaket mit vier brandneuen Spielen zur Verfügung, wobei insbesondere Azul und Istanbul – das Würfelspiel positiv in Erinnerung blieben. Gerne wieder!
 
 
 
 

Ausblick 2018

 
Die Planungen für das kommende Jahr werde ich dann wohl im Januar beginnen. Beibehalten werden soll auf alle Fälle der Neuheitentag, ebenso wie der Clubtag von Pegasus. Ebenso ein fester Termin ist die Spiel´18 in Essen, die vom 25. – 28.10.2018 stattfindet. 
Bezüglich Stadt Land Spielt! bin ich noch unentschlossen; das werde ich, in Absprache mit den Clubmitgliedern, noch kurzfristig entscheiden.
 
Die Idee eines Retrotages gefällt mir persönlich sehr gut, da das Thema schon mehrmals diskutiert wurde. Dabei werden nur Spiele ab einem gewissen Erscheinungsjahr (zb. 1995 oder älter) gespielt. 
 
Ebenso steht ein Spielewochenende ins Haus, wo wir Samstag und Sonntag in einer unscheinbaren, muffigen Behausung ohne gesundes Essen, dafür aber mit reichlich FastFood und gezuckerten Getränken uns die Pöppel um die Ohren hauen werden. Ich dachte da an sowas hier:
 
 
 
Das erklärte Ziel ist es aber, die Besucherzahlen zu steigern und aus „Einmal-Vorbei-Schauern“ regelmäßige Gäste zu machen. Aus diesem Grund werde ich zusehen, noch mehr familien- und einsteigerfreundliche Spiele in den Bestand  aufzunehmen, um den Leuten die Angst vor dem Neuem und Unbekanntem zu nehmen.
 
 

Abspann

Jetzt ist es doch länger geworden, als gedacht. Als mir vor einem Jahr diese Schnapsidee im Kopf rumsauste, dachte ich so: „Probierste halt, und wenn niemand kommt, hörst du nach drei Monaten wieder auf“. Nie war ich so froh, mich dermaßen getäuscht zu haben.

 Es gibt doch immer wieder Gleichgesinnte, die zum Teil lange Anfahrtswege in Kauf nehmen um jeden zweiten Freitag dabei zu sein. Meine Hochachtung an Andy und Benni, die, wann immer es geht, den Weg von Bielefeld in mein kleines Kaff bei Wind und Wetter finden, nur um ein paar Stunden zu spielen – das ist total verrückt. Aber ihr seid mir echt ans Herz gewachsen. Danke dafür!

Genauso großartige Menschen sind Matthias und Jassi. Allen voran Matthias, der mittlerweile zu einer konstanten Größe hier in Landesbergen geworden ist und mir einiges an „Clubarbeit“ abnimmt. Danke dafür!

Ebenso zum festen Kern gehört die liebenswerte Doro, welche bei den Regeln gerne mal ganz genau hinschaut und uns wieder auf den richtigen Pfad führt. Ohne dich würden wir im Anleitungsdschungel verloren sein. Danke dafür!

Unvergessen sind auch die Wortgefechtduelle in „Word Slam“ mit Björn und Michael, wo wir wirklich Tränen gelacht haben. Diese Abende sind mir unvergesslich in die Großhirnrinde gebrannt. Danke dafür!

Familie Schwiersch, Teschi, Johannes, Marcel, Martin, Nicole und all die anderen, die die Maschinerie LBSC am laufen halten, auch wenn sie nicht immer da sein können, gebührt ebenfalls Dank.

Jetzt ist aber Schluß mit der Gefühlsdusselei. Auf ein tolles Jahr 2018 mit vielen spannenden, lustigen, traurigen, manchmal auch schlechten, guten und exzellenten Spielen. Und wie es ein Besucher auf der Spielemesse sagte: „Man kommt für die Spiele, aber bleibt wegen der Freunde“.

In diesem Sinne

Uns Uwe

 
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