Landesberger Brettspielclub

Der (fast) 24-Stunden-Zock

Man sollte das Eisen schmieden, solange es noch heiß ist und da unser erster (fast) 24-Stunden-Zock gerade einmal 2 Tage her ist, versuche ich die Ereignisse, die sich am 01.05.26 zugetragen haben nochmal schriftlich zu fixieren.

Die Kamera schwenkt auf ein Zweifamilienhaus irgendwo in einem kleinen Dorf in der norddeutschen Tiefebene. Die Vögel zwitschern vor sich hin, die Sonne steht an diesem Morgen bereits hoch am wolkenlosen Himmel und noch herrscht wundervolle Stille.

Das ändert sich allerdings bereits nach wenigen Minuten, als ein Auto an der Straße vor dem Haus hält und die zwei Insassen ihren Abfall in Form von etlichen Plastiktüten auf den Bürgersteig rotzen. Ab diesem Punkt überschlagen sich die Ereignisse und das Leben wird nie wieder so sein, wie es vorher war.

Ganz so schlimm war es dann doch nicht. Die beiden Personen, von denen hier die Rede ist, waren Manuel und Olly (beides wahre Brettspielconnoisseure), die als erste bei uns aufschlugen und eine exklusive Auswahl an erlesenen Spieleperlen dabei hatten. Und zwar soviel, das die Hälfte unseres Flures damit vollgemüllt war. Nicht zu vergessen Kuchen und Chili, denn ohne Mampf kein Kampf.

So nach und nach schlugen dann auch die anderen Verdächtigen in Form von Ulli, Marco, Thomas K., Bernd sowie Björn und Juliane ein und zack war die Bude so gut wie voll. 

Nach einem ausgiebigen Frühstück wurde dann auch ohne große Umschweife losgezockt. 

In drei Räumen hatten Bibi und ich soviel Platz geschaffen, das es kein Problem war, auch Platzfresser wie On Mars oder Galactic Cruise auf den Tisch zu bringen. 

Zusätzlich wollte ich die ganze Welt wissen lassen, das hier gerade ein Ereignis stattfand, das es so in Niedersachsen vermutlich noch nie gegeben hatte und so wurde das

ganze Event live auf Twitch gestreamt. Bedauerlicherweise schien die Welt noch nicht bereit zu sein und so bleiben die Zuschauerzahlen im niedrigen zweistelligen Bereich.Die Leute, die zeitweise zugeschaut haben, hatten anscheinend ihren Spaß. Nichtsdestotrotz war es schon irgendwie enttäuschend, denn es war ein Riesenaufwand, die Technik soweit zu konfigurieren, das Bild und Ton wirklich gut waren.

Ein weiteres Problem gab es mit dem stillen Örtchen, da irgendwie der Schlüssel abhanden gekommen war. Bibi hatte dann aber die rettende Idee, sollte man das Klosett benutzen, einfach ein Handtuch außen an die Türklinke zu hängen. Das schien auch geklappt zu haben, denn ich hörte von keinen peinlichen Situationen.

Und so zog sich der Tag dahin, die Stunden flogen nur so vorbei. Zwischendurch wurde lecker Pizzasuppe und Chili gelöffelt und irgendwann stieß dann auch noch der Lars sowie Sven plus Begleitung dazu, was in einer großen Runde “Hellapagos” gipfelte. Der Lautstärke nach zu urteilen, hatten alle dabei wohl sehr viel Spaß gehabt.

Hier nochmal ein kurzer Abriss, was ich an diesem Tag gespielt habe.

Frosted Blooms (Elznir Games)

Nettes Plättchenlegespiel mit glitzerndem Aufdruck. Wir suchen uns in unserem Zug aus einer Auswahl von Plättchen eines aus und legen dieses möglichst punkte trächtig an bereits vorhandene Plättchen an. Dann spielen wir eine  Wertungskarte und kriegen dann Punkte anhand dieser Karte. Der Kniff: Wenn wir es schaffen, Leerfelder zu schaffen, die in Tetrominoformen münden, dann dürfen wir dort Gebäude platzieren, die am Ende nochmal zusätzlich Siegpunkte bringen. Wirklich nettes Ding, man spielt auch nur 10 Runden und ist in einer guten halben Stunde durch.Hat mir richtig gut gefallen.

Die Sümpfe von Feya (Strohmann Games)

Workerplacer mit einem ausgefallenem Design. Wir sind kleine Burschis, die mit unseren Schiffen in einem großen Sumpf rumschippern, Landschaftsplättchen legen, Fischen gehen und diese Fische wieder auf Inseln abliefern, um dafür Gold zu bekommen. Mit der Aktion “Feiern” machen die Inselbewohner dann eine große Fischparty, für die wir als Spieler Siegpunkte für Fische auf Inseln bekommen. Alles bekannte Mechanismen, die Partie zu dritt war schon nice, ich denke aber das das Spiel in Vollbesetzung zu viert das volle Potential entfaltet, da die Routen, die dann zu befahren sind, enger und länger werden.

Kommt auf alle Fälle nochmal auf den Tisch.

Bloodstones (Wallace Designs)

Dieses Areacontrolgame habe ich mit Björn, Manuel und Juliane zelebriert. Meine Startposition war wohl unklug gewählt, denn ich sah mich in jeder Runde Angriffe meiner MitkonkurrentInnen ausgesetzt. Am Ende der dreistündigen Partie lag ich mit über 20 Punkten hinter dem Drittplatzierten obwohl ich gekämpft hatte wie ein Löwe. Ernüchterndes Fazit: Spiel taugt nix und kann weg. Nur das Spielmaterial ist mit seinen dekadenten Stoffbeuteln und den wunderschönen Bakelitsteinen über alle Zweifel erhaben.

Panda Royale (Spiel Das!)

Hier wird gewürfelt, bis die Schwarte kracht. Wir spielen zehn Runden und in jeder Runde bekommen wir einen weiteren Würfel dazu. Es wird nur gewürfelt und dann die Zahlen aufgeschrieben. Manche Würfel haben Spezialeffekte, die einem höhere Punktzahlen ermöglichen. Ich habs jetzt dreimal gespielt – zweimal mit Bibi, das war so meeeh und dann jetzt beim 24-H-Zock zu fünft, das war schon spaßig. Würde ich wieder spielen, aber nur in großen Gruppen ab fünf aufwärts (geht zu zehnt).

Hot Streak (Strohmann Games)

Maskottchenrennen mit Wetteinsätzen. Junge, da mochte aber jemand sehr gerne “Ready Set Bet”, welches witzigerweise vom selben Verlag vertrieben wird. Was die beiden unterscheidet? Pferde rennen in der Regel geradeaus und das Rennen selbst wird durch Würfel angetrieben (ich würde aber eher zur sehr guten App tendieren, die einem das Würfeln abnimmt und der Moderator sehr witzige Sprüche reißt). Bei Hot Streak gibt es einen Kartensatz, durch die die Maskottchen bewegt werden. Jeder von uns bekommt 3 Karten auf die Hand, von denen jeweils eine pro Mitspieler in den Kartenstapel gemischt wird. Aufgrund dieser vermeintlich taktischen Entscheidung platzieren wird dann im Uhrzeigersinn eine Wette und beim letzten Spieler angekommen, entgegen dem Uhrzeigersinn eine weitere. Dann geht das Rennen los. Die ersten drei Karten werden verdeckt ausgespielt und alle weiteren dann offen. So stolpern die vier Charaktere der Ziellinie entgegen, können sich durch andere Karten umdrehen und in die andere Richtung rennen, stolpern über ihre eigenen Füße und bolzen andere Charaktere um. Sobald ein Maskottchen aus der Bahnbegrenzung gedrängt wird oder durch eine Bewegungsaktion die Strecke verlässt. Puuuuh, trotz sieben Leuten am Tisch wollte irgendwie keine Stimmung aufkommen. Besser wäre es gewesen, wenn jemand das Geschehen kommentiert hätte, aber es war schon ziemlich spät am Abend und es waren alle schon ziemlich groggy.

Ich kann mich an ein Video eines großen Brettspielyoutubers erinnern, der das ziemlich in den Himmel gelobt hat. Hier hätte sich der Chef von Strohmann Games m.E. nicht dem Hype hingeben sollen, vor allen Dingen dann nicht, wenn er schon ein sehr ähnliches Produkt im Portfolio hat. Aber ich freue mich natürlich für Strohmann Games, sollte sich das Spiel gut verkaufen – alles richtig gemacht. Material ist natürlich topnotch. Meins war es in der Erstpartie nicht, aber ich würde dem ganzen nochmal eine Chance geben.

Hier nachfolgend für die Übersicht die gespielten Spiele und Platzierungen

  1. Platz Björn 11 Punkte
  2. Platz Olly 8 Punkte
  3. Platz Juliane 7 Punkte
  4. Platz Manuel 5 Punkte
  1. Platz Manuel 79 Punkte
  2. Platz Björn 68 Punkte
  3. Platz Juliane 63 Punkte
  4. Platz Olly 58 Punkte

  1. Platz Bernd 171 Punkte
  2. Platz Bibi 170 Punkte
  3. Platz Uwe 150 Punkte
  1. Platz Bibi 149 Punkte
  2. Platz Uwe 128 Punkte
  3. Platz Bernd 109 Punkte

1.Platz Marco

2. Platz Thomas K.

  1. Platz Thomas K. + Ulli 34 Punkte
  2. Platz Marco 32 Punkte
  1. Platz Thomas K. 75 Punkte
  2. Platz Marco 73 Punkte
  3. Platz Ulli 60 Punkte
  1. Platz Manuel 68 Punkte
  2. Platz Juliane 66 Punkte
  3. Platz Björn 62 Punkte
  4. Platz Uwe 29 Punkte
  1. Platz Bibi 440 Punkte
  2. Platz Manuel 372 Punkte
  3. Platz Uwe 329 Punkte
  4. Platz Juliane 314 Punkte
  5. Platz Björn 221 Punkte
  1. Platz Manuel 11 Punkte
  2. Platz Juliane 11 Punkte
  3. Platz Marco 9 Punkte
  4. Platz Thomas K. 8 Punkte
  5. Platz Björn 7 Punkte

Monika, Sven, Björn

Lars, Juliane, Manuel, Olly

  1. Platz Olly 110 Punkte
  2. Platz Lars 81 Punkte
  3. Platz Ulli 55 Punkte
  4. Platz Bernd 43 Punkte

Fazit

Es gibt viele Wörter die diesen Tag beschreiben könnten:

Nervenaufreibend, euphorisch, betrübt, müde, hungrig, satt, anstrengend, locker… aber vor allen Dingen unvergesslich!

Letztendlich sind die Spiele ja immer nur die Beilage, denn die Hauptspeise sind immer die Menschen, ohne die unser ganzes Hobby gar keinen Sinn machen könnte. Wenn ich mir aussuchen müsste allein in Saus und Braus auf einer einsamen Insel zu leben oder in irgendeinem feuchten abgeranzten Keller mit schummrigen Licht irgendein Hardcore-Euro mit euch liebenswürdigen Chaoten zu zocken – ich würde mich wohl für letzteres entscheiden…

Ob es nächstes Jahr eine Wiederholung geben wird? Wer weiß? Bis dahin fließt noch viel Wasser die Weser runter und als nächstes haben wir dann ja erstmal die Sommersause in der ersten Woche der Sommerferien bei Hildegard Knef im Blick. So long…